Wenn der Chat zur Schaltzentrale wird
Die wahre Stärke einer KI-Plattform entfaltet sich, wenn Chat und Automatisierung verschmelzen. Statt isolierter Werkzeuge entsteht ein System, in dem Mitarbeitenden über natürliche Sprache komplexe Geschäftsprozesse auslösen können – ohne die vertraute Chat-Oberfläche zu verlassen. Ein Vertriebsmitarbeitenden fragt: “Erstelle ein Angebot für Müller GmbH über 50 Stück Produkt X mit 10% Rabatt.” Im Hintergrund passiert automatisch: Kundendaten werden aus dem CRM geladen, aktuelle Preise abgerufen, das Angebotsdokument generiert und zur Freigabe vorgelegt. Der Mitarbeitenden erhält das fertige Angebot direkt im Chat – in Sekunden statt Minuten. Diese nahtlose Verbindung zwischen KI Chat und KI Workflows ermöglicht das Model Context Protocol (MCP).Was ist das Model Context Protocol?
Das Model Context Protocol ist ein offener Standard, der KI-Modellen ermöglicht, mit externen Systemen und Datenquellen zu kommunizieren. Entwickelt von Anthropic und unterstützt von führenden KI-Anbietern, schafft MCP eine standardisierte Brücke zwischen Sprachmodellen und Ihrer IT-Infrastruktur. Technisch gesehen stellt MCP eine bidirektionale Verbindung her: Das KI-Modell kann Anfragen an externe Systeme senden (z.B. “Rufe Kundendaten ab”) und Ergebnisse empfangen. Umgekehrt können externe Ereignisse Aktionen im Chat auslösen. Diese Kommunikation erfolgt über definierte Tools – einzelne Funktionen, die das Modell bei Bedarf aufrufen kann. Der entscheidende Vorteil gegenüber einfachen API-Aufrufen: MCP ist kontextbewusst. Das Modell versteht nicht nur, welche Tools verfügbar sind, sondern auch wann und wie es sie sinnvoll einsetzen sollte.Offener Standard: MCP ist kein proprietäres Format. Workflows, die Sie heute erstellen, funktionieren auch morgen – unabhängig davon, welches KI-Modell Sie einsetzen.
So funktioniert die Integration
Die Verbindung zwischen KI Chat und KI Workflows erfolgt in drei Schritten:
Schritt 1: Workflow als Tool bereitstellen
In der KI Workflow App erstellen Sie zunächst einen Workflow für die gewünschte Aufgabe – beispielsweise “Angebot erstellen”. Dieser Workflow enthält alle notwendigen Schritte: CRM-Abfrage, Preiskalkulation, Dokumentenerstellung. Anschließend aktivieren Sie den MCP-Endpunkt für diesen Workflow. Die Plattform generiert automatisch eine Tool-Definition, die beschreibt:- Welche Funktion der Workflow erfüllt (“Erstellt ein Verkaufsangebot”)
- Welche Parameter benötigt werden (Kundenname, Produkt, Menge, Rabatt)
- Welches Ergebnis zurückgegeben wird (Angebots-PDF, Zusammenfassung)
Schritt 2: Tool im GPT aktivieren
Im Administrationsbereich der anwendungsspezifischen GPTs fügen Sie das neue Tool hinzu. Sie können dabei konfigurieren: Berechtigungen – Welche Benutzergruppen dürfen dieses Tool nutzen? Tool-Beschreibung – Wie soll das Modell das Tool einsetzen? Eine präzise Beschreibung hilft dem Modell, das Tool zur richtigen Zeit aufzurufen. Kontextinformationen – Welche zusätzlichen Hinweise erhält das Modell zur Nutzung?Schritt 3: Natürliche Interaktion
Ab sofort können Mitarbeitenden den Workflow über natürliche Sprache auslösen. Das KI-Modell erkennt selbstständig, wann der Workflow relevant ist, extrahiert die notwendigen Parameter aus der Konversation und führt ihn aus. Das Besondere: Fehlen Informationen, fragt das Modell nach. Sind Angaben mehrdeutig, bittet es um Klärung. Die Interaktion bleibt natürlich und fehlertolerant.Praxisbeispiel: Vertriebsassistent
Ein mittelständisches Unternehmen nutzt die Integration für seinen Vertriebsprozess. Der anwendungsspezifische GPT “Vertriebsassistent” hat Zugriff auf drei Workflows: Angebotserstellung – Erstellt auf Basis von Kundenname, Produktauswahl und Konditionen ein vollständiges Angebot im Corporate Design. Kundenprofil abrufen – Lädt aus dem CRM die komplette Kundenhistorie: bisherige Käufe, offene Angebote, letzter Kontakt, zuständiger Betreuer. Meeting planen – Prüft Verfügbarkeiten im Kalender und erstellt einen Terminvorschlag mit Agenda. Ein typischer Dialog sieht so aus:Sicherheit und Kontrolle
Die Integration von Chat und Workflows birgt Potenzial – und Verantwortung. KLUG Digital setzt daher auf mehrere Sicherheitsebenen: Granulare Berechtigungen kontrollieren, welche Benutzer welche Workflows auslösen dürfen. Ein Praktikant hat andere Rechte als ein Abteilungsleiter. Human-in-the-Loop ermöglicht bei kritischen Aktionen eine Freigabepflicht. Das Modell bereitet vor, ein Mensch entscheidet. Typische Anwendungsfälle: Zahlungsfreigaben, externe Kommunikation, Datenänderungen. Audit-Trail protokolliert jede Workflow-Ausführung: Wer hat wann welche Aktion ausgelöst? Mit welchen Parametern? Welches Ergebnis wurde erzielt? Eingabevalidierung prüft alle Parameter, bevor ein Workflow ausgeführt wird. Ungültige oder gefährliche Eingaben werden abgefangen.DSGVO-konform: Alle Daten bleiben in deutschen Rechenzentren. Die MCP-Kommunikation erfolgt verschlüsselt innerhalb Ihrer Plattform-Instanz – keine Daten verlassen Ihre kontrollierte Umgebung.
Typische Anwendungsfälle
Die Verbindung von Chat und Workflows eignet sich besonders für Aufgaben, die häufig vorkommen, mehrere Systeme betreffen und von natürlicher Sprachinteraktion profitieren. Vertrieb: Angebote erstellen, Kundenhistorie abrufen, Leads qualifizieren, Follow-ups planen HR: Urlaubsanträge bearbeiten, Onboarding-Checklisten generieren, Mitarbeitendendaten aktualisieren Finance: Rechnungsstatus prüfen, Freigaben anstoßen, Budgetübersichten generieren Support: Tickets erstellen und zuweisen, Wissensdatenbank durchsuchen, Eskalationen auslösen Operations: Bestellstatus prüfen, Lagerbestände abfragen, Liefertermine koordinierenNächste Schritte
Anwendungsspezifische GPTs
Erfahren Sie, wie Sie spezialisierte Assistenten für Ihre Geschäftsbereiche konfigurieren.
KI Workflows Übersicht
Lernen Sie die Grundlagen der Workflow-Automatisierung kennen.
Integration von Drittsystemen
Sehen Sie, welche Systeme Sie in Ihre Workflows einbinden können.
Demo anfragen
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